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Urheimische Notizen
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Sonne und Mensch: Rhythmen, die nicht gestört werden wollen

Sommerzeit-Winterzeit Zeitumstellung

Sommerzeit-Umstellung
(© mma23, fotolia.com)

Glandorf (März 2015). Die Bundesregierung wünscht sich von den Bürgern mehr tätige Verantwortung bei der Krankheits-Vorbeugung. Ein einfacher und nahezu kostenfreier Präventions-Vorschlag, der in dem aktuell im Bundestag diskutierten Entwurf eines Präventionsgesetzes nicht enthalten ist, betrifft die Abschaffung der alljährlichen Sommerzeit-/Winterzeit-Umstellung [1]. Gerade hat die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK) herausgefunden, daß rund drei von vier Menschen in Deutschland die Zeitumstellung (erneut am 29. März um 2.00 Uhr gesetzliche Zeit) völlig überflüssig finden und abschaffen wollen. Doch der Staat hält dagegen – trotz erheblicher Gesundheitsstörungen in der Bevölkerung wird die ökonomisch, ökologisch und gesundheitlich sinnlose Sommerzeit-/Winterzeit-Regelung beibehalten [3].

Die innere Uhr reagiert sehr empfindlich auf Umwelteinflüsse. Störungen schädigen nachhaltig die Gesundheit („Chronodisruption“ durch Sommerzeit, Jetlag, Schichtarbeit und anderes). Dies bestätigt die DAK-Umfrage, wie schon viele wissenschaftliche Studien zuvor. Zum Beispiel kommt es zu 15 Prozent mehr Krankmeldungen oder bei jedem Fünften zu Verspätungen nach Umstellung auf die Sommerzeit. Arbeitsunfälle wurden nicht erfasst. Das Spektrum der gesundheitlichen Probleme, so zeigen auch viele chronobiologische Untersuchungen, reicht von Vitalitätsverlust (75%) und Schlafstörungen (62%) über Konzentrationsmangel (36%) und Stimmungsschwankungen (31%) bis hin zu depressiven Verstimmungen (12%). Kurzum, die Sommerzeit-/Winterzeit-Umstellung ist gesundheitsschädigend.

Die DAK-Empfehlung zur Überwindung des kleinen Jetlags Zeitumstellung – „frische Luft“, „bewußte Entspannung“, „Gelassenheit“ – sind jedoch nach chronomedizinischer Einsicht sinnlos. Nur die Abschaffung der Zeitumstellung kann die krankmachende Chronodisruption ursächlich beseitigen. Die Urheimische Medizin fordert zusätzlich das Ende einer weiteren Ursache für millionenfache Chronodisruptions-Störungen. Nämlich den Ersatz der, auf die Lobbyarbeit von Eisenbahn-Magnaten im 19. Jahrhundert zurückgehenden „gesetzlichen Zeit“ und ihrer Zeitzonen durch die urheimische Sonnenzeit, also die wahre Ortszeit. Die gesetzliche Zeit unterscheidet sich alleine in Deutschland um bis zu 90 Minuten von der wahren Ortszeit, was – ähnlich der Schichtarbeit – eine Fülle gesundheitlicher Probleme zur Folge hat. Weitere Informationen gibt es hier bei www.Urheimische-Medizin.de.

Grundsätzlich gilt aber, wie es Gesundheitsminister Hermann Gröhe bei der ersten Lesung des Präventionsgesetzes im Bundestag am 20. März 2015 ausdrückte: „Ziel ist es, Krankheiten zu vermeiden, bevor sie überhaupt entstehen. Deshalb müssen wir die Umgebung, in der wir leben, lernen und arbeiten, so gestalten, daß sie die Gesundheit unterstützt“.

Wir hoffen, daß der Vorschlag zur Abschaffung der Sommerzeit-/Winterzeit-Regelung und unsere Vorschläge zur Etablierung der Urheimischen Sonnenzeit von der Politik aufgegriffen werden. Aber es liegt wohl an der Trägheit in der Politik und dem Machtkoloss EU, wenn sich auch weiterhin nichts bewegt. Um etwas zu erreichen, müßten „unsere“ Politiker politischen Willen im Interesse der Bürger aufbringen, und dann die Sache konsequent und mit hoher Priorität durchziehen …“.

Quellen
[1] Von der DAK in Auftrag gegebene Forsa-Umfrage zur Zeitumstellung, veröffentlicht am 23. März 2015 (PDF).
[2] (Bereits der vierte) Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention (PDF).
[3] Petition „Abschaffung der Sommerzeit“, Antwort des Petitionsausschusses des Bundestages vom 5. November 2014.
[4] Die Urheimische Zeit – was ist das? Urheimische Medizin, Glandorf, 2012-2015.

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