Unsere obersten Verbraucherschützer stellen also fest, daß Schweinefleisch und daraus hergestellte Lebensmittel keine Infektionsquelle der Mexikanischen Grippe („Schweinegrippe“) sind. Diese Meinung wird fast einhellig von allen anderen staatlichen Stellen oder Unternehmen geteilt, in denen Schweinefleisch produziert, verarbeitet, untersucht, gehandelt oder verkauft wird. Verbraucher können demzufolge beruhigt weiterhin Schweinefleisch/-produkte kaufen und verzehren.
Auch die Wissenschaftler beruhigen: Sie kommen mehrheitlich zu dem Schluß, die mexikanische Grippe sei überhaupt keine Schweinegrippe. Vielmehr habe der neue Virus-Mutant lediglich Anteile des Schweineinfluenza-Virus. Und dieser Erreger werde von Mensch zu Mensch und - soweit bekannt - nicht von Schwein zu Mensch übertragen. Das bundeseigene Friedrich Löffler-Institut fasst zusammen: „Humane Infektionen mit den bei Schweinen vorkommenden Influenzaviren A/H1N1 sind sehr selten. Die in Mexiko und den USA aufgetretenen Infektionen hängen nach Informationen der betroffenen Länder nicht unmittelbar mit dem Kontakt zu infizierten Schweinen zusammen.“ Wo also keine Schweinegrippe sei, könne auch keine Gefahr aus dem Verzehr von Schweinefleisch entstehen.
Aus Sicht mancher Medizinkritiker bleiben jedoch mehr Fragen offen, als bislang geklärt werden konnten. Eine der wichtigsten Fragen dabei ist: Wo halten sich eigentlich die Influenza-Viren auf, wenn die jährliche Grippe-Saison vorbei ist? Die Frage ist sowohl bei der Schweinegrippe als auch der Menscheninfluenza ungeklärt (JJ Cannell und andere, 2008). Eine Jahrzehnte alte Vermutung besagt: Wie viele andere Viren können Influenza-Erreger auch irgendwie im Körper ihrer Wirte überleben. Möglicherweise mit Zwischenwirten, zum Beispiel parasitische Würmer. Während dieser sogenannten Latenz-Zeit verursachen die Viren keine Beschwerden. Noch unbekannte Auslöser führen schließlich zum Ausbruch einer Influenza-Erkrankung. Viele Menschen kennen ähnliches, zum Beispiel vom Lippen-Herpes, der durch eine örtliche Abwehrschwäche bei starkem Sonnenlicht ausgelöst wird.
Unsere staatlichen Verbraucherschützer erlauben den Verzehr von Schweinefleisch, das vielleicht mit Influenzaviren latent infiziert ist. Das könnte gutmeinend durch Unwissenheit entschuldigt werden. Viel schlimmer (und ekliger) aber: Sie erlauben auch den Verzehr von Schweinen, die an Schweinegrippe erkrankt sind - Erhitzen hilft ja. In beiden Fällen ignorieren die Staatsdiener den engen Zusammenhang zwischen großen Influenza-Pandemien bei Menschen und dem fast zeitgleichen Influenza-Befall von Schweinen. Zum Beispiel bei der Spanischen Grippe von 1918 (E Hope-Simpson, 1992). „Verbraucherschutz“ bedeutet also wieder einmal nicht mehr als „Absatzförderung“ für die Lebensmittelindustrie.
Aus Sicht der urheimischen Ernährung bedeutet dies: Ein tatsächlicher gesundheitlicher Schutz ist kritisches Hinterfragen, wobei gerade gebetsmühlenartig wiederholte Unbedenklichkeits-Beteuerungen von „Verbraucherschützern“ und Politikern besonders fragwürdig sind. Urheimische Ernährung als Grundlage einer menschengerechten Gesundheit bedeutet
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